Viele Fahrer kommen ohne installierte App und ohne Ladekarte Ihres Netzes an die Säule. Die QR-Code-Zahlung bietet ihnen einen schnellen Einstieg: Code an der Station scannen, im Smartphone-Browser bezahlen und laden. Kein Download, kein Konto, keine zusätzliche Hardware an der Station. Für AC-Ladepunkte und kleinere Standorte ist sie oft die günstigste Ad-hoc-Zahlungsmethode.
- Die QR-Zahlung öffnet eine Webseite, auf der der Fahrer einen Stecker wählt, den Preis sieht und per Karte oder Wallet zahlt.
- Das CSMS startet das Laden dann per OCPP aus der Ferne und bucht nach der Session den Endbetrag ab.
- Nach AFIR ist eine Online-Zahlungslösung wie QR für neue öffentliche Ladepunkte unter 50 kW zulässig.
- QR-Aufkleber lassen sich fälschen; nutzen Sie manipulationssichere Etiketten, eine erkennbare Domain und klare Hinweise.
So funktioniert die QR-Code-Zahlung
- Scannen: Der Fahrer scannt den QR-Code an der Station. Er enthält eine URL, die Station oder Stecker kennzeichnet, meist über die EVSE-ID.
- Webseite: Eine mobile Seite zeigt Standort, Steckerstatus und den vollständigen Preis inklusive Blockiergebühren.
- Zahlung: Der Fahrer zahlt per Karte, Apple Pay oder Google Pay; meist wird ein Betrag vorautorisiert.
- Fernstart: Das CSMS sendet RemoteStartTransaction (OCPP 1.6J) oder RequestStartTransaction (OCPP 2.0.1) an die Station.
- Live-Status: Die Seite zeigt kWh und Kosten während des Ladens und erlaubt das Beenden.
- Abrechnung: Nach dem Laden wird der Endpreis abgebucht und ein Beleg per E-Mail oder auf der Seite bereitgestellt.
QR-Zahlung und AFIR
AFIR verlangt Ad-hoc-Bezahlung an allen neuen öffentlich zugänglichen Ladepunkten. Unter 50 kW dürfen Betreiber eine sichere Online-Zahlungslösung nutzen, etwa einen QR-Code mit Link auf eine Bezahlseite. Ab 50 kW ist ein Kartenleser oder kontaktloses Gerät Pflicht, QR kann dann nur zusätzlich angeboten werden. Nationale Vorgaben können strenger sein. Details erläutern unser AFIR-Leitfaden und unser Beitrag zu Bezahlterminals.
Vor- und Nachteile
| Vorteile | Grenzen |
|---|---|
| Keine zusätzliche Hardware an der Station | Fahrer braucht ein Smartphone mit mobilen Daten |
| Funktioniert an Bestandsstationen mit Fernstart | In Tiefgaragen ist der Empfang oft schwach |
| Unterstützt Wallets und viele Kartentypen | Nach AFIR allein nicht ausreichend für neue Ladepunkte ab 50 kW |
| Preise und Sprachen zentral änderbar | Aufkleber können beschädigt oder von Betrügern ersetzt werden |
| Geringe Kosten je Standort | Zahlungsgebühren fallen auch bei kleinen Sessions an |
QR-Code-Betrug verhindern
Gefälschte QR-Aufkleber, die auf Phishing-Seiten führen, sind beim Parken und Laden ein bekanntes Problem. Schützen Sie Ihre Fahrer:
- Verwenden Sie manipulationssichere oder gravierte Etiketten, die sich schwer überkleben lassen.
- Drucken Sie Ihre Domain neben den QR-Code und zeigen Sie sie erneut auf der Bezahlseite.
- Nutzen Sie Ihre eigene HTTPS-Domain statt eines Linkkürzers.
- Kontrollieren Sie Standorte regelmäßig und bitten Sie Fahrer, verdächtige Aufkleber zu melden.
- Hat die Station ein Display, zeigen Sie einen dynamischen QR-Code, den Station oder CSMS erzeugen.
Eine gute QR-Bezahlseite gestalten
- Tempo: Die Seite muss auch bei schwacher Verbindung schnell laden; verzichten Sie auf schwere Skripte.
- Preis zuerst: Zeigen Sie vor der Zahlung kWh-Preis, eventuelle Startgebühr und Blockiergebühr. Siehe Blockiergebühren.
- Sprache: Erkennen Sie die Telefonsprache und bieten Sie einen Wechsel an.
- Klarer Stecker: Ein QR-Code je Stecker verhindert den Start am falschen Anschluss.
- Kein Kontozwang: Ad-hoc heißt ohne Registrierung; bieten Sie ein Konto nur optional an.
- Klarer Status: Fordern Sie zum Einstecken auf und bestätigen Sie den Ladestart.
- Beleg: Bieten Sie einen herunterladbaren Beleg oder eine Rechnung mit Umsatzsteuerangaben.
Technische Voraussetzungen
- Stationen, die Fernstart und -stopp per OCPP unterstützen und ihren Status zuverlässig melden.
- Ein Zahlungsdienstleister mit Vorautorisierung und Teilabbuchung.
- CSMS-Logik, die die Vorautorisierung storniert, wenn die Session nicht startet.
- Zuordnung jedes QR-Codes zu Station und Stecker, gepflegt auch bei Hardwaretausch.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für die QR-Zahlung eine eigene App?
Nein. Die QR-Zahlung nutzt eine Webseite im Smartphone-Browser, eine App ist nicht nötig.
Kann QR-Zahlung Kartenleser an DC-Ladern ersetzen?
Bei neuen öffentlichen Ladepunkten ab 50 kW in der EU nicht; dort sind Kartenleser oder kontaktlose Geräte Pflicht. QR kann zusätzlich angeboten werden.
Was passiert, wenn der Fahrer beim Laden den Empfang verliert?
Die Session läuft weiter, weil CSMS und Station sie steuern. Der Fahrer erhält den Beleg, sobald er wieder online ist.
Üreticy bietet Ad-hoc-Zahlung per QR-Code mit Fernstart, Live-Status und automatischen Belegen. Zahlungsfunktionen ansehen oder kontaktieren Sie uns.
